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  • Samuel Herzog 2002

    Dogs and Flowers in Cape Town

    «BEWARE», so heisst es unmissverständlich auf einem Schild mit Reisszahnrand. Und als wäre das nicht schon explizit genug, fletscht darüber auch noch ein Kampfhund die Zähne - Augen scheint das Tier keine zu haben, dafür aber Muskeln en masse. Highslide JS

    Dogs & Flowers #4

    2002, Paustechnik mit Kohlepapier, 42 x 61 cm. photo: Beat Brogle, Berlin
    Unweit dieser Warnung dann öffnen sich dem Blick die schönsten Blüten: Hyazinthe und Bougainvillea, Gerbera und Kaiserrose. Auch in der dichten Blumenpracht allerdings stösst das Auge nach ein paar friedlichen Sekunden erneut auf weit aufgerissene Hunderachen. Highslide JS

    Dogs & Flowers #1

    2002, Paustechnik mit Kohlepapier, 42 x 61 cm. photo: Beat Brogle, Berlin

    Die Paustechnik nach Fotovorlagen, die Markus Schwander für diese Serie von Zeichnungen während eines Aufenthaltes in Südafrika entwickelt hat, bringt scheinbar blind zusammen, was doch eigentlich gar nicht zueinander passen will: Blumenidyll und Aggression. Das entspricht jedoch dem Erleben jedenfalls des Fremden bei einem Spaziergang durch die Southern Suburbs von Cape Town : Denn was er da sieht, ist paradox. Da wird mit Blumen eine Vorgartenstimmung geschaffen, die freundlich und einladend wirken will. Gleichzeitig aber sind rund um die Grundstücke - wie eine Art Blumen des Bösen - Warnschilder und Zäune aufgerichtet, die eine Atmosphäre der Abschreckung und der Gewalt provozieren. Das sind Lebensumstände, die der Kopf nur schwer verstehen kann. Die Hand, die fast etwas mechanisch übers Blaupapier fährt, bringt das Paradox in seiner ganzen Schärfe der Überlagerungen und Überschneidungen auf dem Blatt zur Sichtbarkeit. Highslide JS

    Dogs & Flowers #5

    2002, Paustechnik mit Kohlepapier, 42 x 61 cm. photo: Beat Brogle, Berlin

    In:Jo Ractliffe & Markus Schwander, Galerie B. Bell–Roberts, Capetown, herausgegeben von der Pro Helvetia