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  • Konrad Tobler 2009

    Gommer-Stall (Aussenmasse 6m x 7m) CHF 60'000.–

    Die Skulptur „44°“ von Tina Z’Rotz und Markus Schwander

    Die Leute bleiben erstaunt stehen. Denn was sie sehen, verwirrt. Man traut kaum seinen Augen. Das kann nicht sein, dass ein Haus vom Himmel gefallen ist. Da liegt es, hilflos, auf der einen Seite des Satteldaches und ähnelt einem Käfer, der auf dem Rücken liegt und alles daran setzt, wieder auf die Beine zu kommen, was ihm aber nie gelingen wird. Da steht es also, das liegende Haus, roh zusammen gezimmert aus Abfallholz, brut, und in seiner Einfachheit doch formschön, eine minimalistische Skulptur, die perfekt in die Landschaft passt und genau an den Ort gehört, wo sie steht – oder eben liegt. Sehr rasch kommen Assoziationen auf, weil die Masse und das Material der Skulptur an die alten Ställe erinnert, die man in den Ortschaften gesehen hat. Highslide JS

    44°

    2008, Holz, Schrauben, ca. 500 x 450 x 450 cm, Foto: Kathrin Hotz, Sierre

    Von der Siedlungsstruktur her jedoch, so merkt man ebenfalls bald, passt das verkehrte Haus in keiner Weise in die Tradition des Goms, sind dort die Dörfer doch meist Haufensiedlungen und wurden erst in jüngerer Zeit in der Talebene Agrargebäude errichtet. Insofern ist die Skulptur wirklich der Fremdkörper, den das Künstlerduo Z’Rotz/Schwander bewusst setzen wollte. Als Gebäudetyp könnte „44o“ also als nutzloser Stall bezeichnet werden, insofern der Autonomie der Kunst durchaus verpflichtet, nach dem Willen der Künstler aber doch mit einer einleuchtenden Botschaft verbunden, die den Wandel von der agrarischen Produktion zur Ökonomie des Tourismus thematisiert. Denn damit ist auch die Umnutzung der Agrargebäude, vor allem von Ställen, in Ferienhäuser verbunden – eine Verwandlung, die architektonisch nicht immer überzeugend ist, die aber Teil einer langfristigen Strategie ist. Highslide JS

    44°

    2008, Holz, Schrauben, ca. 500 x 450 x 450 cm, Foto: Tina Z'Rotz, Basel
    Das zeigt Art. 77 des Baureglements der Gommer Teilgemeinde Gluringen: „ Bestehende ehemalige landwirtschaftliche Ökonomiegebäude können im Sinne von Art. 24 RPG und Art. 42 des kantonalen Raumplanungsgesetzes erneuert, verändert, wieder aufgebaut und zweckentfremdet genutzt werden.“ Diese Entwicklung zeigt sich auch im Angebot einer Immobilienfirma in Münster, die gleich auf ihrer Internetstartseite Klartext schreibt: „Im Internet finden Sie eine begrenzte Auswahl von Ställen und anderen Ökonomiegebäuden, die sich für den Umbau eignen. Für eine komplette Übersicht stehen wir Ihnen gerne in unserem Büro in Münster zur Verfügung. Telefonische Anmeldung ist empfehlenswert.“

    Das Angebot in Auszügen: „In Geschinen: Grosser Doppelstall Wohnfläche ca. 280 m2 CHF 75'000.–, umgebauter 4 1⁄2 Zimmer-Stall CHF 420'000.–. In Münster: Stall an sonniger Lage (zum Umbauen) CHF 70'000.– , Stall mit Umschwung (zum Umbauen) CHF 65'000.–. Immobilien ‚im Cheer’: Stall mit Umschwung (mit Vorprojekt für Umbau ca. CHF 360’000.—) CHF 60'000.–, Stadel und Spycher CHF 45'000.–. Gluringen: Gommer-Stall (Aussenmasse 6m x 7m), mit Umschwung möglich CHF 60'000.–.“