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  • Annamira Jochim 2013

    Karen Geyer und Markus Schwander - grau ton landschaft

    Die beiden medial sich divergierenden Werke von Karen Geyer und Markus Schwander zeigen eine andere Seite der Berg- und Seenlandschaft, die das Benzeholz Raum für zeitgenössische Kunst Meggen umgibt. Sowohl in den durch die Klänge von Karen Geyer erzeugten Landschaftsbilder als auch in den Fotoprints aus der Serie "The Frank Slide Show" von Markus Schwander werden die im Gestein inhärenten Kräfte sicht- und hörbar.

    Markus Schwander (*1960 in Reussbühl, lebt in Basel) arbeitet mit Übertragungen, mit verschiedenen Druck- und Abgusstechniken, besonders bekannt sind seine Kaugummi-Vergrösserungen und Abgüsse von Bananen und Vasen-Stillleben oder aber auch seine mit Kohlepapier abgepausten Bilder von Cézanne. Als Bildhauer beschäftigt er sich mit Volumen und Formen, erfindet diese durch Vergrösserungen oder Objektcollagen und verwendet verschiedene Massstäbe und Dimension. Auch die Fotoserie "The Frank Slide Show" ist aus einem plastischen Verständnis entstanden. Gesteinsformationen und Erdstrukturen treffen aufeinander, schichten sich in- und übereinander. Hunderte von Fotografien, die Markus Schwander vor Ort im kanadischen Steinbruchgebiet gemacht hat, wurden auseinander geschnitten und wieder neu zusammengesetzt. Highslide JS

    # 81 The Frank Slide Show

    2008 – 2012, Print, 163.7 x 128 cm, Foto: Serge Hasenböhler
    Als Betrachter scheinen wir uns mitten in dieser Steinlandschaft zu bewegen und zugleich entzieht sie uns jede Orientierung, oben und unten sowie die Himmelsrichtungen sind ausgeblendet oder gar vertauscht. Der englische Titel könnte sich auf einen freimütigen Diavortrag beziehen, im Kontext der rollenden Steine scheint aber der Bergrutsch bei der kanadischen Gemeinde Frank in den Fotocollagen lebendig zu werden. Es ist gewissermassen so, wie wenn sich das Material noch in Bewegung finden würde und die Erdverschiebungen hörbar wären. Highslide JS

    # 58 The Frank Slide Show

    2008 – 2012, Print, 44 x 53 cm, Foto: Serge Hasenböhler

    Die scheinbar auditive Wirkung von Markus Schwanders Bildern wird von der Soundinstallation Karen Geyers (*1976 in Konstanz, lebt in Zürich und New York) unterstrichen. Um einfache Klänge wie das Pochen, Sirren oder Knattern zu erzeugen, nutzt die Klangforscherin Bewegung, Reibung und andere Kräfteeinwirkungen aus, die sie teilweise mit Mikrofonen und Verstärkern hervorhebt. So bringt sie Alltagsgegenstände wie Fahrräder, Tischbeine und Ventilatoren zum Klingen, die sich drehende Discokugel schleift ein Metallseil hinter sich her oder rotierende Motoren werden zu selbstgebastelten Instrumenten, Plattenspieler zu Magnetfeldern, die Metallkugeln mit sich führen. Die Künstlerin bringt die einzelnen Klänge, die von verschiedenen Seiten und Distanzen zu hören sind zu einem Grautonorchester zusammen, was kürzlich in der Kunsthalle Wilhelmshaven, ihrer ersten grossen Einzelausstellung in Deutschland, grandios zu erfahren war. Die Landschaft, durch die sich die Besucher bewegen, ist sowohl auditiv als auch visuell anregend. Mittels Diaprojektoren werfen die einfachen und gewöhnlichen Objekte grosse Schatten auf Leinwände. Lichtreflexionen und Schattenspiele lassen den Betrachter in eine wundersame Bilderwelt eintauchen.