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  • Claudine Metzger 2009

    untitled, chewed, 26 - 28

    Markus Schwandet trägt nicht Wasser in die Reuss, sondern künstliche "Steine" in die Berge. Diese Objekte aus Beton sind Abgüsse aus Beton sind Abgüsse hybrider Konglomerate, bestehend aus einer offensichtlich von Hand modellierten Form und gesammelten Steinen oder Gesteinsbrocken. Je drei Exemplare dieser Skulpturen stehen wie Findlinge oder Meteoriten in der unmittelbaren Umgebung der Etzli - und der Wildstrubelhütte. Highslide JS

    untitled, chewed #26

    2009, Beton, 34 x 66 x 48 cm, Foto: Marco Volken
    Das plastische Arbeiten von Markus Schwandet ist gekennzeichnet durch das Zusammenbringen unterschiedlicher alltäglicher Gegenstände und Materialien. Das Modellieren und der Abdruck sind dabei zwei von ihm sehr oft verwendete Verfahren. Die für das SAC - Projekt entwickelten Skulpturen gehen beispielsweise von der alltäglichsten und populärsten Form des Abdrucks aus: dem gekauten und ausgespuckten Kaugummi. Der Künstler nimmt für jede Plastik einen anderen Kaugummi als Modell, das er in einen grösseren Massstab übersetzt, mit gefundenen Steinen verschiedener Grösse oder mit einem Kristall kombiniert und schliesslich mit Beton abgiesst. Das Abgiessen der Plastik hat eine Vereinheitlichung zur Folge, die den Unterschied zwischen dem modellierten Teil und den hinzugefügten Steinen, zwischen Kunst und Natur zwar vermischt, aber nicht ganz zum Verschwinden bringt. Highslide JS

    untitled, chewed #27

    2009, Beton, 31 x 52 x 32 cm, Foto: Markus Schwander, Basel
    Diese Ambivalenz prägt auch die Wahrnehmung der Objekte in ihrem jeweiligen Kontext. In gewisser Weise integrieren sie sich mit ihrer betongrauen Farbe nicht schlecht in die von Geröll und Schiefer geprägte Umgebung der Wildstrubelhütte bzw. in die Wiesen rund um die Etzlihütte, welche seit einem Bergsturz mit Steinen verschiedener Grösse übersät sind. Dennoch wirken die Skulpturen an ihren momentanen Aufstellungsorten fremd und in ihrer Fremdheit auch etwas unheimlich. Die spezielle Mischung von Skulptur mit gefundenen Steinen zu einem eindeutig künstlichen, gleichzeitig aber auch naturähnlichen Objekt ist an diesem Effekt nicht unschuldig. Lägen diese Skulpturen im Museum, würden sie vorwiegend kunstimmanente Fragen nach dem Verhältnis von Kunst und Original, Abguss und Imitat entwerfen. Highslide JS

    untitled, chewed #28

    2009, Beton, 41 x 56 x 48 cm, Foto: Markus Schwander, Basel
    Platziert hier in den Bergen erweitert sich das thematische Spektrum. Es stellen sich Fragen nach dem Verhältnis von Natur und Kultur sowie nach der Geschichte und Entstehung dieser Gegend. Und schliesslich lassen sie uns diese eindrücklichen Berglandschaften auf ganz neue Weise wahrnehmen.